Aus einem Guss, so lautet das Statement von HTC. Und das HTC One S ist echt griffig mit seinen gerade mal 7,8 mm Tiefe! Außerdem macht das Gehäuse einen sehr hochwertigen und gut verarbeiteten Eindruck, wodurch das Gerät elegant und stylisch wirkt. Der sogenannte Unibody ist aus einem Stück Vollaluminium gefertigt und erhält seinen einzigartigen Look durch ein spezielles Verfahren, das sich Micro-Arc-Oxidation nennt. Dieses Verfahren soll Weichheit und Grifffestigkeit aber auch Härte und Kratzfestigkeit garantieren. So weit, so gut. Ich selber habe leider festgestellt, dass das HTC One S schnell Gebrauchsspuren aufweist. Ob das nun Kratzer sind, weiß ich nicht, bleibt aber zu vermuten. Was jedoch sicher ist: die Ladebuchse verkratzt sehr schnell. Diese ist auch leider nicht zu verschließen (wie z.B. bei vergleichbaren Smartphones), was eventuell zu schnellerer Verschmutzung führen kann. HTC hat aber schon angekündigt, kostenlose Umtausche bei beschädigten Gehäusen vorzunehmen (www.androidpit.de).
Das Display dagegen IST kratzfest. Das Super-AMOLED-Display aus Gorilla Glas misst 4,3 Zoll, mit einer qHD-Auflösung von 540 X 960 Pixeln. Meiner Meinung nach werden die farben sehr grell und eher unnatürlich dargestellt, jedoch konnte mich das Display z.B. in grellem Sonnenlicht durch seine gute Lesbarkeit überzeugen.
Das One S läuft mit dem neusten Android Betriebssystem (Android 4.0, Ice Cream Sandwich) und der Benutzeroberfläche HTC Sense in der Version 4.0 (die Menüführung ist dadurch z.B. jetzt anders als in der Vorgängerversion). Was mich allerdings sehr stört sind die 3 Seiten vorinstallierte Apps, die man nicht löschen kann. Wer also weder facebook, noch Twitter User ist, muss trotzdem ständig update Informationen dulden und die Apps nehmen unnötig Platz weg (sowohl im Speicher, als auch im Menü).
Der leistungsstarke 1,5-GHz-Dualcore-Prozesoor ist überraschend schnell. Der Durchschnitts Smartphone User benötigt meiner Meinung nach nicht mehr Leistung (meist arbeitet sowieso nur ein Core). Das One S wird jedoch bei längerem Gebrauch sehr warm.
Der fest verbaute Akku mit 1.650 Milliampere stunden hat eine ausreichende, jedoch nicht überragende Laufzeit. Wer also nicht übermäßig surft oder zockt, kommt mit der Laufzeit locker über den Tag.
Der 1 GB Arbeitsspeicher und der 16 GB interne Festspeicher sind meiner Meinung nach völlig ausreichend, auch wenn ein für 2 Jahre kostenloser 25 GB Onlinespeicher von Dropbox angeboten wird.
Die auf der Rückseite vorhandene 8 MP Kamera mit einer f2.0-Blende (lässt 44% mehr Licht durch!), 28mm Weitwinkel und einem Full-HD-Recorder (.080p) ist sehr gelungen. Neben vielen Wählbaren Effekten (Verzerrung, Vignette, Schärfentiefe, Punkte, Mono, Country, Klassisch, Klassisch warm, Klassisch kühl, Graustufen, Sepia, Negativ, Solarisieren, Posterisieren und Aqua) überzeugt vor allem der Smart Flash LED Blitz, der fast wie ein klassisches Blitzlicht fungiert und die Entfernung zum abzulichtenden Objekt misst, um Überbelichtungen entgegenzuwirken. Außerdem ist die Kamera in 0,7 Sekunden aufnahmebereit und braucht im Burst-Modus (Serienbildaufnahme) auch nur 0,2 Sekunden um von Bild zu Bild scharf zu stellen. Der Image Chip soll für satte Farben und detailreiche Fotos sorgen und die automatische Lächelerkennung und die Gesichtsfokussierung sind nette Features (die auch funktionieren!). Die Kontrastreiche (und auch die grellen Farben) sind hier durchaus vorteilhaft! Die Fotos, die ich gemacht habe, lassen sich nicht mehr von denen einer herkömmlichen Digitalkamera unterscheiden, was eine zusätzliche Kamera überflüssig macht. Ein zusätzliches Plus ist für mich z.B. auch, dass die Kamera sehr nah heranzoomen kann, ohne unscharf zu werden. Ein zusätzlicher Auslöseknopf, der am Gehäuse des Geräts angebracht ist, wäre jedoch vorteilhaft, denn die Bedienung ausschließlich über das Display ist umständlich. Die 1,3 MP VGA Front Kamera ist mit ihrem 720p und der Full-HD-Qualität vor allem für Chat- und Videokonferenzen gedacht, ich als Frau bin hingegen sehr von der vorinstallierten Spiegelfunktion begeistert. So fungiert, das Smartphone auch als Taschenspiegel (wieder mehr Platz in der Handtasche).
Das mit Dr. Der entwickelte Beats Audio erinnert nicht mehr an den blächernen Sound eines Handys, sondern macht richtig was her. Optimal wird der Sound zwar nur mit Beats Audio Kopfhörern wiedergegeben aber auch ohne klingt alles besser. Beats Audio Kopfhörer sind jedoch nicht im Lieferumfang enthalten, sondern nur ein ganz normales Headset (ohne in ears). Preislich gesehen bedeutet das zusätzlich zu den 499 uvp für das HTC One S noch einmal ca. 100 (für das günstigste Beats Audio Kopfhörer Modell) hinzukommen.
Zusätzlich gibt es beim HTC One S noch die Möglichkeit des Personalisierens. So kann man z.B. Szene, Oberfläche, Hintergrundbild, Sperrfenster-Stil, Displaysperren-Verknüpfungen und Startseite selbst wählen. An der Gesichtserkennung zur Displaysperrung könnte meiner Meinung nach noch gearbeitet werden, sie funktioniert eher selten. Die Polite-Ring-Funktion, ein zusätzliches neues Feature, finde ich aus sehr gelungen. Klingelt das Handy in ungünstigen Situationen, reicht es, das Handy auf die Displayseite zu drehen, damit der Ton verstummt oder das Gerät hochzunehmen, damit der Ton leiser wird.
Alles in Allem würde ich sagen, dass das HTC One S ein sehr schönes und auch gutes Gerät ist. Ich habe nur wenige Dinge gefunden, die mich wirklich stören. Vor allem die Kamera und das Design (der hässliche HTC-Knick ist auch ENDLICH verschwunden!) haben mich überzeugt. Die Anschaffungskosten sind zwar hoch (wie mittlerweile bei allen vergleichbaren Geräten) man ersetzt jedoch auch andere Geräte durch dem HTC One S, wie z.B. eine Digitalkamera.