WLAN-Router
Subkategorie von Netzwerk
WLAN-Router – Zentrum des digitalen Zuhauses
War vor einigen Jahren die Aufgabe eines Routers noch simpel, sieht die Situation heute völlig anders aus. Stellte er einfach eine Internetverbindung bereit, damit ein Computer oder ein Handy online gehen konnte, greifen in den meisten Haushalten heute mehrere Personen gleichzeitig auf das World Wide Web zu. Während im Wohnzimmer Filme und Serien in 4K gestreamt werden, findet im Arbeitszimmer eine Videokonferenz statt, Kinder spielen online und im Hintergrund kommunizieren zahlreiche Smart-Home-Geräte miteinander. Betreibst du möglicherweise dein eigenes Heim-Server-System (NAS), sind die Eigenschaften des WLANs ebenfalls zentral für die Datenübertragung zwischen den verschiedenen ins Netzwerk eingebundenen Geräte.
Der WLAN-Router ist deshalb längst zum Herzstück des digitalen Zuhauses geworden. Er entscheidet maßgeblich darüber, wie stabil die Internetverbindung ist, wie schnell Webseiten geladen werden und ob das Heimnetzwerk auch bei vielen gleichzeitig verbundenen Geräten zuverlässig funktioniert. Wir erklären dir alles, was du für deinen Router-Kauf wissen musst.
Der richtige WLAN-Router ist heute wichtiger denn je
Trotz seiner wichtigen Rolle schenken viele Verbraucher:innen dem Router kaum Aufmerksamkeit. Oft wird jahrelang das Gerät genutzt, das der Internetanbieter bei Vertragsabschluss zur Verfügung gestellt hat. In den meisten Fällen (eine Kombination aus Homeoffice, Streaming und Smart Home) ist das zwar ausreichend, manchmal wird bei genauerer Betrachtung aber viel Potenzial verschenkt.
Wer einen neuen WLAN-Router kaufen möchte, steht schnell vor einer Vielzahl technischer Begriffe. WLAN-Standards, Frequenzbänder, Mesh, Übertragungsraten oder WPA3 wirken auf den ersten Blick kompliziert. Die gute Nachricht ist aber, dass du kein Technikexperte sein musst, um die richtige Entscheidung zu treffen. Viel wichtiger ist es, die Zusammenhänge zu verstehen und den Router auszuwählen, der zu den eigenen Wohnverhältnissen und dem individuellen Nutzungsverhalten passt. Fangen wir mit der wichtigsten Frage an.
Wofür wird der Router überhaupt benötigt?
Viele Käufer:innen beginnen ihre Suche mit einem konkreten Modell oder einer bestimmten Marke. Sinnvoller ist es jedoch, zunächst den eigenen Bedarf zu analysieren. Denn ein Router für eine kleine Wohnung mit zwei Personen muss ganz andere Anforderungen erfüllen als ein Gerät für ein Einfamilienhaus mit mehreren Familienmitgliedern.
Stell dir deswegen vor dem Kauf einige grundlegende Fragen:
- Wie viele Personen leben im Haushalt?
- Wie viele Geräte werden gleichzeitig mit dem WLAN verbunden?
- Wird regelmäßig gestreamt?
- Arbeiten Personen im Homeoffice?
- Wird online gespielt?
- Sind Smart-Home-Geräte vorhanden?
- Wie groß ist die Wohnfläche?
Je genauer du diese Fragen beantwortest, desto leichter fällt die spätere Auswahl. Die typischen Nutzungsszenarien haben wir dir zur Orientierung in der folgenden Tabelle zusammengefasst.
Single- oder Paarhaushalt | Ein bis zwei Personen nutzen einige Smartphones, einen Laptop und einen Smart-TV. Hier reichen oftmals bereits Mittelklassemodelle vollkommen aus. |
Familienhaushalt | Sobald mehrere Personen gleichzeitig online sind, steigen die Anforderungen deutlich. Streaming, Gaming und Videokonferenzen erzeugen hohe Lasten im Netzwerk. |
Homeoffice | Arbeitest du regelmäßig von zu Hause, benötigst du vor allem eine stabile Verbindung. Abbrüche während Videokonferenzen sind besonders ärgerlich. |
Smart Home | Intelligente Lampen, Thermostate, Kameras oder Sprachassistenten erhöhen die Anzahl der verbundenen Geräte erheblich. |
Je komplexer der Haushalt, desto wichtiger werden moderne Technologien, die den Internetzugang von möglichst vielen Geräten gleichzeitig unterstützen. Ausschlaggebend sind die unterstützten WLAN-Standards und Frequenzbänder.
WLAN-Standards - Das Fundament jedes Routers
Eines der wichtigsten Kaufkriterien ist der unterstützte WLAN-Standard. Er legt fest, wie effizient und leistungsfähig ein Router arbeitet. Dabei geht es nicht nur um die Geschwindigkeit, sondern vor allem um die Fähigkeit, viele Geräte gleichzeitig zu versorgen. Im Fachhandel findest du Geräte, die verschiedene WLAN-Standards unterstützen. Achte auf die Zahl in der Bezeichnung – je höher, desto aktueller und leistungsfähiger ist die gebotene Technologie.
Die verschiedenen WLAN-Standards werden von der Wi-Fi Alliance definiert. Ursprünglich waren sie unter keinen so griffigen Namen bekannt. Sie wurden mit einer Abfolge von Zahlen und Buchstaben bezeichnet (IEEE 802.11x). Die kürzeren, leichter verständlichen Bezeichnungen des Typs Wi-Fi X, die sie für Verbraucher:innen leichter verständlich machen, wurden später eingeführt. Wi-Fi 6 ist beispielsweise auch als IEEE 802.11ax oder – kürzer – 802.11ax bekannt. Damit du dich auskennst, geben wir im Folgenden beide Bezeichnungen an.
Folgende WLAN-Standards sind, je nach deiner Nutzung, empfehlenswert:
- Wi-Fi 5 (802.11ac) war über viele Jahre der Standard in zahlreichen Haushalten. Für einfache Anwendungen wie Surfen, Streaming und gelegentliches Arbeiten ist er weiterhin ausreichend. Bei vielen gleichzeitig aktiven Geräten kann die Leistung jedoch an ihre Grenzen stoßen.
- Wi-Fi 6 (802.11ax) stellt mittlerweile die beste Wahl für die meisten Verbraucher:innen dar. Im Vergleich zum Vorgänger bietet er zahlreich Vorteile, wie höhere Geschwindigkeiten, effizientere Datenverarbeitung, geringere Latenzen und eine niedrigere Energieaufnahme bei kompatiblen Geräten. Am relevantesten ist wohl die Eigenschaft, eine bessere Versorgung vieler Geräte gleichzeitig zu gewährleisten, was Wi-Fi 6 ideal für (Groß-)Familien- und Smart-Haushalte macht.
- Wi-Fi 6E (802.11ax) ist eine geringfügige Weiterentwicklung seines Vorgängers, ein Zwischenschritt zum aktuellsten Standard Wi-Fi 7. Praktisch erweitert Wi-Fi 6E den bisherigen Standard um ein zusätzliches Frequenzband. Dadurch entstehen mehr freie Übertragungskanäle und weniger Störungen. Vor allem in dicht besiedelten Wohngebieten oder in Mehrfamilienhäusern kann das einen spürbaren Unterschied machen.
- Wi-Fi 7 (802.11be) ist die neueste Generation. Der Standard richtet sich derzeit vor allem an besonders anspruchsvolle Nutzer:innen und an Haushalte, die langfristig investieren möchten. Du profitierst davon am ehesten, wenn du sehr schnelle Glasfaseranschlüsse nutzt, intensiv streamst, gerne online spielst oder zahlreiche Geräte betreibst. Wi-Fi 7 ist aktuell die zukunftssichere Investition.
Die Wi-Fi-Standards sind abwärtskompatibel. Hast du einen aktuellen Wi-Fi-7-fähigen Router, müssen die damit verbundenen Geräte nicht zwingend den gleichen Standard beherrschen, denn der Router stellt den jeweils passenden Funkmodus bereit. Andererseits genießt du aber trotzdem die höhere Geschwindigkeit und geringere Latenz.
Frequenzbänder - Reichweite und Geschwindigkeit im Zusammenspiel
Ein Router sendet sein WLAN nicht nur auf einer einzigen Frequenz. Moderne Geräte arbeiten auf mehreren Frequenzbereichen gleichzeitig. Und das ist auch gut so, denn ein WLAN, das auf mehreren Frequenzbändern funkt, ermöglicht es entsprechend mehreren Geräten, sich einzuwählen, je nachdem, welche Frequenzen diese beherrschen. Darüber hinaus bietet jedes Frequenzband verschiedene Vor- und Nachteile, die deine Kaufentscheidung beeinflussen können. Folgende werden von aktuellen WLAN-Routern unterstützt:
- Das 2,4-GHz-Band bietet eine hohe Reichweite. Die Signale durchdringen Wände gut und eignen sich besonders für größere Wohnungen. Allerdings teilen sich viele Geräte dieses Frequenzband. Dadurch kann es schneller zu Überlastungen kommen.
- Das 5-GHz-Band ermöglicht deutlich höhere Geschwindigkeiten. Dafür ist die Reichweite geringer und Wände beeinträchtigen das Signal stärker. Bist du dir dieser Einschränkung bewusst bzw. stellt sie in deiner Nutzung kein Hindernis dar, eignet sich das 5-GHz-Band besonders gut für Streaming, Gaming und Videokonferenzen.
- Das 6-GHz-Band ist die neueste Technologie und kann nur von aktueller Hardware bereitgestellt werden. Hier stehen zahlreiche freie Kanäle zur Verfügung, wodurch Störungen minimiert werden.
Eine sehr gute Lösung stellen Geräte dar, die zwei oder drei Frequenzbänder gleichzeitig anbieten können. So kannst du für jedes deiner Geräte bzw. Nutzungsszenarien das geeignete Frequenzband aussuchen. Je mehr Geräte im Haushalt vorhanden sind, desto interessanter werden diese WLAN-Router. Typischerweise bieten sie folgende Frequenzen:
Übertragungsraten - Warum hohe Zahlen nicht automatisch besser sind
Da die Übertragungsrate des WLANs die Schnelligkeit ausdrückt, mit der Daten weitergeleitet werden, wird sie analog zur Internetgeschwindigkeit in Megabit pro Sekunde (Mbit/s) und Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) gemessen. Und genau hier kann es zu Missverständnissen kommen, denn auch die Internetgeschwindigkeit wird in der gleichen Maßeinheit ausgedrückt. Hersteller nennen oft beeindruckende Zahlen, von 3,5 Gbit/s bis über 40 Gbit/s. Viele Käufer:innen machen jedoch den Fehler, diese Werte mit der tatsächlichen Internetgeschwindigkeit gleichzusetzen. Das ist gleich zweifach falsch:
- Erstens: Die Zahl auf der Verpackung ist ein theoretischer Bestwert. In der Praxis kommt meist deutlich weniger an – abhängig von der Entfernung zum Router, Wänden dazwischen, der Anzahl gleichzeitig genutzter Geräte und Störungen durch Nachbar-WLANs. Ein Router mit hoher angegebener Rate bedeutet also nicht automatisch ein spürbar schnelleres Internet im Alltag.
- Zweitens: Selbst wenn dein Router theoretisch 10 Gbit/s erreicht – wenn dein Internetanschluss nur 250 Mbit/s bereitstellt, ist es diese Geschwindigkeit, die deine Verbindung im bestmöglichen Szenario erreichen kann.
Auf der Suche nach dem richtigen WLAN-Router stößt du möglicherweise auch auf Bezeichnungen wie AX3000 oder BE9300 – aber was bedeuten sie eigentlich? Die Kürzel vor dem Zahlenwert stammen aus der offiziellen technischen Bezeichnung des jeweiligen WLAN-Standards, dem sogenannten IEEE-802.11-Standard, während die Zahl die maximale Übertragungsrate des jeweiligen Routers in Mbit/s ausdrückt. Folgende Beispiele verdeutlichen dir die Logik:
- AC1200, d. h. Wi-Fi 5, ca. 1200 Mbit/s Gesamtrate
- AX1800, d. h. Wi-Fi 6, ca. 1800 Mbit/s Gesamtrate
- AX6000, d. h. Wi-Fi 6, ca. 6000 Mbit/s Gesamtrate
- BE9300, d. h. Wi-Fi 7, ca. 9300 Mbit/s Gesamtrate
Folgende Tabelle verrät dir, welche theoretischen Übertragungsraten die gängigen WLAN-Standards erreichen können und für welche Nutzungsszenarien sie sich dadurch eignen:
WLAN-Standard | Übliche Klassen/ Übertragungsraten | Für wen geeignet |
|---|---|---|
Wi-Fi 5 | typ. Klassen: AC1200 bis AC3000 typ. Geschwindigkeiten 5 GHz: 433 Mbit/s bis 1733 Mbit/s | Solide Basis für kleine Haushalte |
Wi-Fi 6 | typ. Klassen: AX1500 bis AX6000 typ. Geschwindigkeiten 2.4 GHz: 574 Mbit/s bis 1148 Mbit/s typ. Geschwindigkeiten 5 GHz: 1201 Mbit/s bis 4804 Mbit/s | Gute Wahl bei vielen Geräten (Smart Home) |
Wi-Fi 6E | typ. Klassen: AX3000 bis AX11000 typ. Geschwindigkeiten 2.4GHz: 574Mbit/s bis 1148 Mbit/s typ. Geschwindigkeiten 5GHz: 1201Mbit/s bis 4804 Mbit/s typ. Geschwindigkeiten 6GHz: 1201Mbit/s bis 4804 Mbit/s | Weniger Störungen, ideal in dicht besiedelten Gebieten |
Wi-Fi 7 | typ. Klassen: BE3600 bis BE27000 typ. Geschwindigkeiten 2.4GHz: 688Mbit/s bis 1376 Mbit/s typ. Geschwindigkeiten 5GHz: 2882Mbit/s bis 5764 Mbit/s typ. Geschwindigkeiten 6GHz: 2882Mbit/s bis 11528 Mbit/s | Zukunftssicher, für Gaming/Streaming in hoher Qualität |
Große Wohnungen und Häuser - Wenn ein Router nicht mehr genügt
Wenn du in einer Wohnung wohnst, die über 2 Stockwerke geht, kennst du möglicherweise das Problem: Internetzugang und Router sind im Untergeschoss und obwohl im Wohnzimmer unten guter Empfang gewährleistet ist, ruckelt es ziemlich, wenn du im oberen Stockwerk deine Serie streamen willst. Auch dicke Altbauwände oder solche aus Stahlbeton, lange Flure oder einfach verwinkelte Grundrisse führen zu Empfangsproblemen, ganz ohne obere Etage. Selbst leistungsstarke Geräte können an ihre Grenzen stoßen. Doch keine Sorge, Lösungen sind vorhanden.
Damit das WLAN-Netz sich überhaupt aufbauen kann, verfügt jeder Router über Antennen, die das Signal ausstrahlen. Je nachdem, wie diese verbaut sind, gibt es Modelle mit internen und externen Antennen. Ermöglichen interne Antennen flachere und schnörkellosere Designs, stehen externe Antennen typischerweise für besseren Empfang bzw. eine breitere und gezieltere Streuung des Signals.
Mesh-Systeme: Die moderne Lösung
Zwei oder mehrere Stationen, die gemeinsam ein einziges Netzwerk bilden – was von Handynetzen bekannt ist, kann im Kleinen auch auf das heimische WLAN übertragen werden. Diesen Ansatz verfolgen Mesh-Systeme. Großer Vorteil für dich und deine Familienmitglieder oder Besucher:innen: ihr könnt euch frei in der Wohnung bewegen und bemerkt im Idealfall keine Verbindungsabbrüche, denn euer WLAN-fähiges Gerät verbindet sich automatisch mit der Station, die das stärkste Signal zur Verfügung stellt. Eine beliebte Lösung für Familienhäuser oder verwinkelte Wohnungen. Beachte dabei, dass nicht alle WLAN-Router, die diese Technologie unterstützen, automatisch auch die zur Erweiterung der Abdeckung nötigen Stationen mitbringen. Gegebenenfalls sind diese separat zu kaufen.
Powerline: Internet über die Stromleitung
Eine andere Möglichkeit, um die Abdeckung deines heimischen WLANs zu vergrößern, geht über die Steckdose. Richtig gelesen – Powerline sorgt dafür, dass die Daten über das vorhandene Stromnetz übertragen werden. Unterstützt dein WLAN-Router diesen Ansatz, wandelt er die Datenpakete in ein analoges Signal um, das über die Stromleitung in jeder Steckdose im Haus empfangbar ist. Das Empfangsgerät wiederum, das an die Steckdose angeschlossen wird, wandelt das analoge Signal wieder in ein digitales um, das dann im entsprechenden Raum WLAN-fähigen Geräten zur Verfügung steht. Hilfreich, wenn das WLAN aufgrund dicker Wände stark eingeschränkt wird. Die Leistung hängt allerdings stark von der vorhandenen Elektroinstallation ab. Neue Leitungen liefern meist bessere Ergebnisse als alte. Beachte auch in diesem Fall, dass die Empfangsgeräte nicht automatisch zum Lieferumfang des WLAN-Routers dazugehören.
Anschlüsse - Auch Kabel bleiben wichtig
Natürlich ist WLAN an sich kabellos. Damit aber der Router selbst Zugang zum Internet hat, den er dann mit anderen WLAN-fähigen Geräten teilen kann, braucht es eine Verbindung zwischen ihm und der Internetanschluss. Der WAN-Port ist dieser Anschluss.
Vor der Zeit des WLAN gab es LAN. Dieser Anschluss ermöglichte es genau einem anderen Gerät kabelgebunden über den Router auf das World Wide Web zuzugreifen. Er gehört auch heute noch zur Ausstattung von WLAN-Routern, denn obwohl die kabellose Verbindung verlässlich ist, hat auch der LAN-Anschluss seine Vorteile, vor allem, was die Stabilität angeht.
Anschluss | Merkmale |
|---|---|
WAN | Verbindet Router mit dem Internetanschluss. Prüfe vor dem Kauf, ob der Router zum vorhandenen Anschluss passt. |
LAN | Ermöglicht kabelgebundene Verbindungen. Vorteile gegenüber WLAN: maximale Stabilität, geringe Latenzen, hohe Geschwindigkeiten. Empfohlen für PCs, Smart-TVs, NAS-Systeme und Spielekonsolen. |
WLAN-Router-Sicherheit - Warum die Wahl der Verschlüsselung entscheidend ist
Neben der Geschwindigkeit ist die Sicherheit einer der wichtigsten Faktoren beim Router-Kauf. Und ja, das Thema ist ernst. Es geht längst nicht mehr darum, dass sich der Nachbar in dein WLAN einwählt und dein Internet-Abo gratis mit nutzt. In dem Fall verlierst du etwas an Bandbreite, was je nach vorhandener Internetgeschwindigkeit kaum bemerkbar ist.
Weitreichendere Folgen entstehen dir, wenn sich unbekannte Dritte Zugang in dein WLAN und dadurch zu persönlichen Daten und Passwörtern verschaffen (Stichwort z. B. Internetbanking). Doch keine Sorge, dafür gibt es die Verschlüsselung. Alle Datenpakete, die zwischen Router und Endgerät ausgetauscht werden, sind kodiert und somit nicht mehr für alle einsehbar.
Unabhängig vom gewählten Standard gilt zudem: Ein langes, einzigartiges Passwort ist mindestens genauso wichtig wie der Verschlüsselungsstandard selbst. Verwende am besten eine Kombination aus Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen und vermeide es, Offensichtliches (z. B. Namen von Partner:innen, Kindern, Haustieren oder Geburtstage) einzubauen.
Achte vor dem Kauf darauf, dass dein WLAN-Router einen der folgenden Verschlüsselungs-Standards unterstützt:
- WPA2 – ein Standard, der seit 20 Jahren im Einsatz und dadurch mit praktisch jedem Gerät kompatibel ist. Bei einem ausreichend langem und komplexem Passwort immer noch ein solider Schutz für Heimnetzwerke. Gilt aktuell als Mindeststandard, den jeder neu gekaufte Router unterstützen sollte.
- WPA3 – aktuell der sicherste Standard und die beste Wahl für neue Router. Allerdings wird WPA3 auch nur von neueren Geräten unterstützt, deshalb empfehlen wir dir, die Kompatibilität deiner Gadgets vor dem Kauf zu prüfen.
- WPA2/WPA3-Transition-Mode (Transition Mode) – ein Kompromiss, den viele aktuelle Router anbieten: Das Netzwerk unterstützt gleichzeitig WPA2- und WPA3-fähige Geräte unter demselben Netzwerknamen, was größtmögliche Kompatibilität ermöglicht.
Hersteller: Welche Marke passt zu welchem Nutzer?
Der Markt für WLAN-Router wird von einer Reihe etablierter Hersteller geprägt, die sich in Preis, Ausstattung und Zielgruppe deutlich unterscheiden. Manche Anbieter positionieren sich als Alleskönner für den Alltagsgebrauch, andere setzen auf breite Produktportfolios vom Einsteigermodell bis zum High-End-Mesh-System, wieder andere richten sich gezielt an technikaffine Nutzer:innen, Gamer:innen oder kleine Unternehmen. Diese Ausrichtung wirkt sich nicht nur auf den Funktionsumfang aus, sondern auch auf die Update-Politik, das Bedienkonzept und den langfristigen Support.
Viele Hersteller bieten Modell für alle Anwenderszenarios an, von Einstieg bis Oberklasse mit den höchsten Ansprüchen. Unsere Tabelle ist eine Orientierungshilfe und ordnet für dich ein, welche Modelle sich für welche Nutzergruppe – Gaming, Mittelklasse oder Expert/ Oberklasse – eignen.
Router unterscheiden sich manchmal im Funktionsumfang ihrer Firmware (also der herstellerseitigen Software auf deren Basis sie funktionieren). Für spezielle Anwendungsfälle, beispielsweise für Gaming oder Smart Home, gibt es dann eigene Einstellungen oder Features. Erfahrene Anwender:innen können auch auf die Möglichkeit alternativer Firmware (wie OpenWRT oder DD WRT) ausweichen. Benötigst du spezielle Einstellungen, dann achte darauf, dass der Router deiner Wahl diese bereitstellt bzw. nachrüsten lässt.
Zielgruppe | Hersteller |
|---|---|
Expert/ Oberklasse | Cisco, MikroTik, Ubiquiti, Zyxel, Lancom, Teltonika |
Typische User:innen/ Mittelklasse | FRITZ!, Cudy (WR-Serie), Netgear, TP-Link, Mercusys (MR-Serie), D-Link, DrayTek, Edimax, Huawei, Linksys, Xiaomi, ASUS (RT-Serie) |
Gaming | ASUS (ROG/TUF-Serie), MSI, Acer (Predator-Serie), Netgear (Nighthawk-Serie), TP-Link (Archer-GE Serie) |
Hersteller führen eigene Mesh Produktserien in ihrem Portfolio. Bei der Suche nach einem WLAN-Mesh-System können die folgenden Reihen als erste Orientierung dienen: TP-Link (Deco-Serie), D-Link (Covr/Eagle-Serie), Netgear (Orbi-Serie), Linksys (Velop/Atlas), Merucsys (Halo-Serie), Acer (Connect/Wave-Serie), ASUS (ZenWifi-Serie), devolo (Mesh-Serie), Tenda (nova-Serie), eero, Google (nest-Serie), Cudy (einzelne Modelle), Huawei (Mesh Serie), Xiaomi (Mesh Serie), Zyxel (Multy Serie).
Häufige Fragen & Antworten
Gibt es einen Router, der alle Anforderungen abdeckt?
Beim Routerkauf gibt es keine Universallösung. Das beste Gerät für einen kleinen Single-Haushalt kann in einem großen Familienhaus völlig ungeeignet sein.
Welche Fragen sollte ich mir vor dem Kauf stellen?
Wenn diese Fragen im Vorhinein geklärt sind, wird die Auswahl deutlich einfacher: Wie groß ist die Wohnfläche? Wie viele Personen nutzen das Netzwerk? Wie viele Geräte sind gleichzeitig aktiv? Wird vorwiegend gestreamt, gearbeitet, gespielt oder ein Mix aus allem? Sind Smart-Home-Geräte vorhanden?
Kann ich die Reichweite meines Heimnetzwerks erweitern?
Wenn der WLAN-Empfang wegen dem komplexen Grundriss oder der Beschaffenheit der Wände nicht überall in der Wohnung gewährleistet ist, gibt es zwei Möglichkeiten, die Reichweite zu verbessern: durch Sendestationen im Haus (Mesh) oder durch Übertragung durch die Stromleitung (Power Line).
Inhaltsverzeichnis
- WLAN-Router – Zentrum des digitalen Zuhauses
- Der richtige WLAN-Router ist heute wichtiger denn je
- Wofür wird der Router überhaupt benötigt?
- WLAN-Standards - Das Fundament jedes Routers
- Frequenzbänder - Reichweite und Geschwindigkeit im Zusammenspiel
- Übertragungsraten - Warum hohe Zahlen nicht automatisch besser sind
- Große Wohnungen und Häuser - Wenn ein Router nicht mehr genügt
- Mesh-Systeme: Die moderne Lösung
- Powerline: Internet über die Stromleitung
- Anschlüsse - Auch Kabel bleiben wichtig
- WLAN-Router-Sicherheit - Warum die Wahl der Verschlüsselung entscheidend ist
- Hersteller: Welche Marke passt zu welchem Nutzer?
- Häufige Fragen & Antworten
Alle Angaben ohne Gewähr. Die gelisteten Angebote sind keine verbindlichen Werbeaussagen der Anbieter.
* Preise in Euro inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten. Bei der Auswahl von "inkl. Versand" beinhaltet der dargestellte Preis die Kosten für den Versand. Die nicht angeführten Kosten in andere Länder entnimm bitte der Website des Händlers. Bei Sortierung nach einer anderen als der Landeswährung des Händlers basiert die Währungsumrechnung auf einem von uns ermittelten Tageskurs, der womöglich nicht mit dem im Shop angegebenen Preis exakt übereinstimmt. Bitte bedenke außerdem, dass die angeführten Preise periodisch erzeugte Momentaufnahmen darstellen und technisch bedingt teilweise veraltet sein können. Insbesondere sind Preiserhöhungen zwischen dem Zeitpunkt der Preisübernahme durch uns und dem späteren Besuch dieser Website möglich. Händler haben keine Möglichkeit die Darstellung der Preise direkt zu beeinflussen und sofortige Änderungen auf unserer Seite zu veranlassen. Der maßgebliche Preis für den Verkauf durch den Händler ist der tatsächliche Preis des Produkts, der zum Zeitpunkt des Kaufs auf der Website des Händlers steht.